Auf Stippvisite in Grenoble
Geschrieben von: Olaf Wolf   
Mittwoch, den 17. Februar 2010 um 10:58 Uhr

Es ist immer etwas besonderes, bei Freunden zu Besuch zu sein. Belebend war der Besuch einer Delegation des Fechtcentrums Halle für die Städtepartnerschaft Halle-Grenoble allemal.

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Auch wenn der Sport diesmal im Vordergrund stand, reihte sich die Tour in die rund 1200 km entfernte Provinzhauptstadt in eine Reihe gemeinsamer Aktivitäten beider Städte, mitorganisiert von der Initiative Halle-Grenoble und Florence Bruneau-Ludwig, ein.

Vor dem Sport kam die Kultur. Stadtbesichtigung und das Kennenlernen der Region standen für hallesche Abordnung auf dem Programm, die von Laurent Bolle viel Interessantes erfuhren. Während eines im „Haus der internationalen Beziehungen“ betonte Annic Sibelle, verantwortlich für internationale Beziehungen der Stadt Grenoble ihre Freude darüber, dass nun auch der Sport Bestandteil der partnerschaftlichen Beziehungen werde. „Wir sind froh“, erklärt sie, „dass die Partnerschaft nicht nur auf einem gesunden Fundament steht, sondern sich immer weiter entwickelt“. Zugleich erwiderte sie die Grußbotschaft der Bürgermeisterin der Stadt Halle, Frau Dagmar Szabados, im Auftrag des Bürgermeisters der Stadt Grenoble, Michel Destot und bat, herzliche Grüße nach Halle zu senden.

Dem offiziellen Teil folgte das sportliche Kennenlernen. Pascal Martin, Präsident des Fechtclub GUC-Escrime lud zum gemeinsamen Abendessen ein, vorher wurde schon mal in der Fechthalle des Grenobler Clubs trainiert. Er und Sachsen-Anhalts Fachverbandspräsident Thomas Riedel vereinbarten sodann weitere Besuche. „Die Möglichkeiten hierzu sind vielfältig. Ob gemeinsame Wettkampfteilnahmen, Trainingslager oder andere Aktivitäten, wir haben hier heute einen gemeinsamen Grundstein gelegt und werden sicher noch oft zusammentreffen“, blickt er bereits voraus.

Die TSG- Fechterinnen Diana Schulz, Ulrike Riedel, Nadine Glasenapp und Lena Lärm lernten die Partnerstadt Halles aber nicht nur aus historischem, kulturellen und architektonischen Blickwinkel kennen, sie stellten sich erstmals in der französischen Provinzhauptstadt der zahlreichen französischen und internationalen Konkurrenz. Beim „Fleur d’ Isere“, seines Zeichens französisches Qualifikationsturnier der Aktiven stellte das TSG-Quartett ihr Können unter Beweis, was sich als gar nicht so einfach erweisen sollte. Insbesondere Diana Schulz und Nadine Glasenapp erwischten einen guten Vorrundenstart. Lena Lärm als Jüngste im Feld und Ulrike Riedel, die nach gut einem Jahr (Auslandstudium) wieder ins Wettkampfgeschehen eingriff, hatten ihrerseits einige Mühe, in den Wettkampf zu kommen, waren dennoch für die Runde der letzten 64 qualifiziert.

Doch hier verpassten die TSG-erinnen gleich reihenweise das Weiterkommen im stark besetzten Wettbewerb. Diana Schulz unterlag der Französin Claire Bannwarth 5:15, Ulrike Riedel in einem spannenden Gefecht Anne-Sophie Lecompte (FRA) hauchdünn 14:15. Ebenso knapp verlor Nadine Glasenapp Laura Jolivel (FRA) 14:15. Lena Lärm zog sich mit 5:15 gegen Ingrid Constant (FRA) achtbar aus der Affäre. Rang 35 hieß es am Ende für Diana Schulz, Nadine Glasenapp belegte Platz 39, die Positionen 49 und 54 standen für Lena Lärm und Ulrike Riedel zu Buche.

„Wir waren hier im Kernland des Fechtens. Die Mädchen haben an diesem Wochenende sehr viel lernen können“, resümierte anschließend Thomas Riedel. „Na klar war hier mehr drin, aber hier hat die halbe französische Nationalmannschaft mitgefochten. Und nicht umsonst bestimmen die Französinnen das internationale Niveau mit“, ergänzt er. Diana Schulz ihrerseits meint: „Ich ärgere mich schon ein wenig. Das Ergebnis hat mich nicht zufrieden gestellt, aber man muss auch mit Niederlagen leben und umgehen können“, so die 30-jährige anschließend.

„Wir werden sicher unsere Zusammenarbeit mit Grenoble ausbauen. Wir konnten in den letzten Tagen viele Möglichkeiten diskutieren und ich bin mir sicher, wir waren nicht das letzte Mal in Grenoble“, so Thomas Riedel abschließend.